Anglerlatein

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 22 November 2019 ]

Seit einiger Zeiten überschlagen sich die Systemmedien wieder in Sachen Missbrauchshysterie. Sei es “Pornographie“, wie jüngst hier oder dort berichtet, oder tatsächliche oder vermeintliche genrationsübergreifende Sexualität; die Propagandamaschine gegen sexuelle Selbstbestimmung läuft wieder auf Hochtouren. Es wäre hier zuviel alles aufzugreifen. Daher hier wieder einmal ein kleines Beispiel von ach so “schockierendem” “sexuellem Missbrauch von Kindern”, dass bei genauer Betrachtung sehr zweifelhaft erscheint. Dazu begeben wir uns ins Anglermilieu mit einer speziellen Version des Anglerlateins.

Die Systempresse, hier wieder einmal der Tagesspiegel, überschlägt einmal wieder in Superlativen des “Schreckens” und schreibt von einem “grausamen Verdacht” und “teils schweren sexuellen Missbrauch von Kindern” und bringt so wie üblich das Kopfkino der aufzuhetzenden Leserschaft zum laufen in die gewünschte Richtung, d. h. Lieschen Müller bekommt Moralpanik mit brustalst vergewaltigten Kindern vor dem Auge und Schaum vor dem Mund. Natürlich geht es hier wieder um die einschlägigen grund- und menschenrechtswidrigen Stragesetzte wie 174, 176, 176a, 182, 184b, 184c ,184d und 184e StGB, die eine politisch unerwünschte von sozialer wie sexueller Selbstbestimmung verhindern sollen im Bezug sowohl auf Kinder und Jugendliche wie Erwachsene. Als Folge diverser Gesetzesverschärfungen fallen unter den sinnverzerrenden grotesken Begriff des “sexuellen Missbrauchs von Kindern” auch Handlungen und Verhaltensweisen, die keinen unmittelbaren sexuellen Bezug beinhalten. Dazu gehört es wenn eine “volljährige” Person einem Kind den Zugang zu Pornographie nicht unterbindet oder auch ein Gespräch über sexuelles Thema. In beiden Fällen kann unterstellt werden, dass die “erwachsene” Person den jungen Menschen dazu bewegen möchte sexuell aktiv zu werden. Die Systempresse empfiehlt den fassungslosen Dauerschock als zeitgemäßes Lebensgefühl:

 

 

Ein jetzt 50-Jähriger soll als Jugendwart in Sportvereinen, zuletzt in Kladow, Kinder schwer missbraucht haben. Der Vereinsvorsitzende ist „fassungslos“ (…) Seit zwanzig Jahren war der 50-Jährige ehrenamtlich als Jugendwart tätig, zuletzt bei einem Anglerverein in Kladow. Jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Der grausame Verdacht: 136 Fälle des – teils schweren – sexuellen Missbrauchs von Kindern. Und das sind nur die Fälle aus den vergangenen drei Jahren, die Polizei und Staatsanwaltschaft bereits bekannt sind und mit denen der Haftbefehl erwirkt wurde. Intern befürchten die Ermittler, dass der Fall noch weitaus größere Ausmaße annehmen könnte – und dass ein Mann, der seine Rolle als Jugendwart systematisch ausgenutzt und unzählige Kinder missbraucht haben könnte, jahrelang unentdeckt blieb. Polizei und Staatsanwaltschaft rufen daher weitere mögliche Opfer und deren Angehörige dazu auf, sich bei den Behörden melden. „Die Ermittlungen – insbesondere auch hinsichtlich etwaiger weiterer mutmaßlicher Opfer – dauern an“, hieß es. Bereits am Abend des 1. November wurde der Mann wegen des dringenden Tatverdachts des vielfachen, teils schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern (…) in seinem Wohnwagen festgenommen (von) Zielfahndern (…) Bei der Durchsuchung fanden die Beamten umfangreiches Beweismaterial. (…) Jetzt sollen die sichergestellten Datenträger ausgewertet werden. Es geht darum, ob der Verdächtige seine Taten gefilmt oder fotografiert hat. (…) Der Vorsitzende des betroffenen Vereins erklärte dem Tagesspiegel, „dass ich wie alle anderen im Verein völlig fassungslos und schockiert bin“. Der Verdächtige (…) habe als Jugendwart gute Arbeit geleistet. (…) Der Vereinschef sagte, er habe nie Signale oder Mitteilungen erhalten, dass es Ungereimtheiten mit dem Jugendwart gebe. „Ansonsten hätte ich sofort reagiert (…) Ein erweitertes Führungszeugnis habe der Verdächtige nicht vorlegen müssen, berichtet der Vorsitzende. Er sei froh gewesen, überhaupt jemanden für die Aufgabe gefunden zu haben. Zudem habe es ja die positiven Berichte aus den anderen Vereinen gegeben.(…) Ab 2020 soll es ein Siegel Kinderschutz für Vereine geben (…) als „Prädikat für eine Kultur der Aufmerksamkeit“ (…)

 

Quelle/vollständiger Text: Der Tagesspiegel: Sexueller Missbrauch in 136 Fällen Jugendwart des Anglervereins musste kein Führungszeugnis vorlegen (von Alexander Fröhlich Frank Bachner und Susanne Vieth-Entus)

 

Da braucht man gleich drei Meisterjournalisten (für linientreue Propaganda und Hofberichterstattung) um ein solches Standardprodukt aufhetzender Desinformation auszuwerfen.  Der “Stürmer” hat für ähnliche journalsitischen Glanzleistungen vermutlich weniger Personalaufwand betrieben. Was folgt ist die übliche Moralpanik verbreitende Missbrauchskreischerei ohne Substanz und faktenbasierende Informationen. Wenn von “schwerem sexuellen Kindesmissbrauch” die Rede ist bezieht sich das stets auf den menschenrechtswidrigen Strafparagraphen 176a StGB, der von “minderschweren Fällen” abgesehen mit einer Mindestrafe von zwei Jahren Knast belegt und somit kaum bewährungsfähig ist. Gemeint sind alle Sexualpraktiken, die mit “einem Eindringen in den Körper” verbunden sind. Das wären also herkömmlicher Geschlechtsverkehr, Oralverkehr (die häufigste schwule Sexualpraktik) oder ggf auch nur ein Zungenkuss. Hier trifft der kriminelle Gesetzgeber also keinerlei Aussage über Gewalt, Zwang oder anderer Formen eines nicht selbstbestimmten Verhaltens. Bezeichnend ist auch der (steuergeldvernichtende) Aufwand der seitens der staatlichen Hexenjäger wieder betrieben wurde um das zukünftige Justizopfer “dingfest” zu machen. Der Einsatz von “Zielfahndern” zeigt nur abermals die hohe politische Bedeutung für das totalitär-golobalkapitalistische System.  Wie üblich gehört zur “erfolgreichen Hexenjagd” auch eine  elementare Grundrechte verletzende Wohungsschändung inklusive des Raubes privater Gegenstände durch die Staatsgewalt, denn man hofft natürlich immer aus Zufallsfunde in Form von Darstellungen sexueller Selbstbestimmungsfähigkeit “minderjähriger” Menschen.  Das würde das bereits hohe zu erwartende Strafmaß noch einmal erhöhen und den jetzt als “Volkschädling” entlarvten ehemaligen Jugendwart vielleicht endgültig aus der deformierten Gesellschaft entfernen.  Wie ebenfalls nicht anders zu erwarten sind seine ehemaligen Angkerkollegen “fassungslos” und “geschockt” ohne dass diese irgendeine Aussage darüber treffen was dem 50jährigen Mann des überhaupt vorzuwerfen ist, denn er hat ja über viele Jahre gute Arbeit geleistet. Genau hier stellt sich dann die Frage, wie der Ex-Jugendwart über Jahre derart schreckliche Dinge (die mit keiner Zeile konkretisiert werden) in die Tat umsetzen konnte, ohne dass sich irgendjemand und am wenigsten die vermeintlichen jugendlichen “Opfer” sich in irgendeiner Art und Weise beschwert hätten oder andere “sensibilisierte” sprich hysterisierte Vereinsmitglieder einen Verdacht gemeldet hätten. Der einzige Schluss, der hier zulässig ist, dass es niemals zu gewaltsamen, erzwungenen, erpressten nicht einverständlichen tatsächlichen Übergriffen gekommen ist. Somit kann es sich nur um von beiden Seiten selbstbestimmte und freiwillige soziale Kontakte gehandelt haben, die einen mehr oder weniger sexuellen Kontext beinhalten. Das ebenfalls im Hinblick auf Verfassung und Grundrechte zweifelhafte Führungszeugnis sagt letztlich nichts aus, ausser dem Umstand, dass eine Person noch nicht “erwischt” wurde z. b. mit einem FKK-Bild eines Jugendlichen, Denn dies würde bereits genügen um dort einen Eintrag zu bekommen mit dem eine Arbeit im pädagogischen Bereich weder ehrenamtlich noch beruflich möglich ist. Verurteilungen, die tatsächliche Körperverletzung beinhalten unabhängig vom Alter des Opfers werden dort nicht erfasst. Auch hier zeigt sich, dass es um politische Interessen des Regimes geht und nicht um einen vermeintlichen Schutz. Zudem muss ein solches Führungszeugnis z. B. bei einer Einstellung einmal vorgelegt werden und danach (glücklicherweise) nicht mehr, so dass es für die Zeit in der jemand seiner Tätigkeit nachgeht keine Aussage über sein konformes Verhalten getroffen werden kann. So planr man dann offenkundig als Anreiz für Vereine eine Art “Gütesiegel” für ein “vorbildliches Verhalten beim Kinderschutz zur Schaffung einer Kultur der Aufmerksamkeit” Aud Deutsch bedeutet das Überwachung und  Bespitzelung der Mitarbeiter und Förderung einer Bereitschaft zur Denunziation.  Hier fragt sich natürlich wer unter solchen Bedingungen arbeiten möchte und erst recht ehrenamtlich.

Siehe hier auch:

 

Original Play – Wenn Spiel-Pädagogik auf Missbrauchshysterie trifft

Zweiter Schauprozess gegen das Justizopfer Kevin F. in Vorbereitung

Einvernehmliches Justizverbrechen? Ex-Kindergartenleiter Kevin F. zu fünf Jahren Knast verurteilt

Dumm, Dümmer, Dummvolk

Missbrauchsmythos, Kinderschänderwahn und die Folgen…

Sexualstrafrecht – Justizverbrechen – Menschenrechtsverletzungen Grundrechteabbau – totalitärer Staat

Das impotente Kind – Sexualmoral vs. Ethik (GiGi Nr. 38)

Buchtipp: Uncle Sam’s Sexualhölle erobert die Welt…

Bundesgruselkabinett beschließt freie Fahrt für virtuelle Blockwarte

Landgericht Frankfurt verurteilt den Diplom-Psychologen Michael G. zu vier Jahren Knast mit Bonus

Bad Kreuznach: Ein Justiz-Tsunami der langfristig für “schwedische Gardinen” sorgte

Landgericht Berlin: kein Täter, keine Opfer = 3 Jahre Knast…

Für Kuscheln dreieinhalb Jahre in den Knast – Hexenprozess in Stuttgart

Und wieder…Ein Hexenprozess der Heuchler; nur Gehirnwäsche bewahrt Justizopfer vor dem Knast

Das Lügenmärchen von der “kindlichen Unschuld” (I)

Das Lügenmärchen von der “kindlichen Unschuld” (II)

Private Krankenversicherungen wollen nicht für politische Gehirnwäsche bezahlen

u.v.a.m…

 

2 Antworten zu “Anglerlatein”

  1. anon sagt:

    Wo ist die Straftat? “Material” wurde gefunden! Daraufhin macht Polizei einen Aufruf, um “Opfer” zu finden, die etwas mit dem “Material” zu tun haben könnten. Ich dachte immer, zuerst gibt es die Straftat und das Opfer, dann die Ermittlung des Täters, in dieser zeitlichen Reihenfolge. Aber der Straftatbestand selber besteht nur in einer Mutmaßung, es könnte überhaupt einen solchen geben. Zuerst wird dieser Mutmaßung nachgegangen, um dann herauszufinden, ob dazu ein bestimmter mutmaßlicher Täter passt, den man bereits zu kennen glaubt. Die Staatsanwaltschaft/Polizei verfolgen nicht nur bereits verübte Straftaten, sondern suchen selbststänig nach Straftaten, die sie dann verfolgen könnten, sollten sie fündig werden! Der nächste Schritt ist dann wohl, dass sie die Straftaten auch selber verüben oder bei ihrer Verübung helfen, um dann zur Verfolgung schreiten zu können.

  2. anon_2 sagt:

    wer die Absicht hat “Vereinswart” zu werden oder sich in der Jugendarbeit zu engagieren, sollte sich vorher besser chemisch kastrieren lassen – man weiss ja nie!!

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