Nachtrag: Arschkriecherei und Anbiederung…

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 18 Januar 2015 ]

…ist in der heutigen Zeit das übliche Verhalten von Politikern oder Wissenschaftlern, die in der Vergangenheit im Sinne von  Humanität und Vernunft sexualrefomerisch gewirkt haben.

Man passt sich in Zeiten einer permanenten Moralhysterie und stetiger verfassungswidriger Verschärfungen im Sexualstrafrecht nur allzugern dem verlogenen repressiven Zeitgeist an. Die Grünen zeigten dies “eindrucksvoll” und nun biedert sich auch der Bremer Sozialwissenschaftler Rüdiger Lautmann an den irrationalen Ungeist der heutigen Zeit an, wie nachfolgernder Textauszug zeigt:

 

 

“Bereits seit Wochen führt die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” eine Kampagne dagegen durch, dass Homo- und Transsexuelle in Bildungsplänen der Bundesländer erwähnt werden. Dies wurde etwa als “Umerziehung der Gesellschaft” und “Förderung von Kindesmissbrauch” bezeichnet (queer.de berichtete). Jetzt schaltet man bei der FAZ einen Gang nach oben: Nun sind nicht nur die Bildungspläne dazu da, um Kinder zu missbrauchen, der weite Arm der Pädos reiche bis zur homosexuellen “Kaderschmiede”, der Akademie Waldschlösschen, heißt es in der jüngsten Ausgabe der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. (…) Für Autorin Antje Schmelcher ist die Akademie aber offenbar in erster Linie ein Treffpunkt von Kriminellen, die es auf Kinder abgesehen haben. In ihrem auf Seite vier veröffentlichten Text, der außer dem “Waldschlösschen” nicht mal eine Überschrift hat, mischt sie ein paar homophobe Klischees zusammen und schießt sich dabei auch auf die Grünen ein. Das wird schon in der Einleitung deutlich: “Im Beirat sitzt ein Mann, der über ‘Lust am Kind’ geforscht hat. (…) Professor Rüdiger Lautmann in die Pädo-Ecke gestellt (….) Der Text kritisiert vor allem den ebenfalls im Beirat sitzenden emeritierten Professor Rüdiger Lautmann, dem sie vorwirft, Sex mit Kindern gutzuheißen. Die Beweise gegen den “Mann mit Vorgeschichte” sind jedoch recht dürftig. “Der Kriminalsoziologe schrieb im Jahr 1980 in einer wissenschaftlichen Zeitschrift über Sexualdelikte unter der Fragestellung, ob es ‘Verbrechen ohne Opfer’ gebe. Dazu zählte er die Pädophilie”, schreibt Schmelcher zum einen über Lautmann, räumt aber selbst ein: “Auf das Fragezeichen in der Überschrift legt Lautmann heute Wert”. Sein zweites Vergehen: “In seinem Buch ‘Die Lust am Kind. Porträt des Pädophilen’ aus dem Jahr 1994 berichtete Lautmann von sexuellen Kontakten zwischen pädophilen Männern und Kindern aus der Sicht der Männer. Die Befragung pädophiler Täter galt als wissenschaftliches Feldforschungsprojekt und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bezuschusst.” In der Tat stellte das vor 20 Jahren erschienene Buch sexuellen Missbrauch an Kindern teilweise unkritisch dar, weshalb sich Lautmann längst davon distanzierte und bewusst auf eine Neuauflage verzichtete. (…) Nach der turnusmäßigen Sitzung des Stiftungsrats Waldschlösschen, die zufällig genau zur FAS-Veröffentlichung am Sonntag stattfand, veröffentlichte die Einrichtung zur Klarstellung eine “Bildungspolitische Position”. Darin heißt es: “Die Strafbarkeit von sexuellen Handlungen mit Kindern stand seit ihrer Gründung und steht für die Akademie außer Frage, das gilt auch für sogenannte ‘einvernehmliche’ sexuelle Handlungen, die wir als strukturelle und sexualisierte Gewalt verurteilen”. Diese Grundsätze wurden auch ausdrücklich von allen Beiratsmitgliedern geteilt. (…)”

 

Quelle/vollständiger Text: Queer.de: FAZ weitet homophobe Kampagne aus

 

Es sei hier einmal vorab angemerkt, dass die Geschichte der schwulen Emanzipation und die schwule Literatur durch eine ganze Menge mit “pfui-bäh” Dingen wie “Knabenliebe”, Päderastie, Pädophilie u. ä.  zu tun hat. Die verlogene Grenzlinie, die man heute gerne zieht entspricht schlicht nicht der Realität und stellt eine vorsätzliche Geschichtsklittterung dar. Das Unwort “Kindesmissbrauch” bezeichnet nach der Formulierung menschenrechtswidriger Unrechtsparagraphen wie §§ 176/176a schlicht einvernehmliche sexuelle Handlungen bzw. Handlungen die mit Sexualität gar nichts zu tun haben und stellt diese willkürlich unter schwere Strafen. Es eigentlich amüsant zu beobachten wie sich damgogische konservative Hetze gleichsam gegen Schwule und Pädos richtet. Natürlich erfolgt sofort ein verheuchelter “Aufschrei” der angepassten, systemkonformen Zeitgeistschwulen, die ihre eigene Geschichte verleugnen und von ihren einstigen (richtigen) Überzeugungen nichts mehr wissen wollen. Hier zeigt sich dieses “Phänomen” am Beispiel der Akademie Waldschlösschen und des eigentlich renomierten Wissenschaftlers Prof. Dr. Rüdiger Lautmann.  Selbtverständlich lag Herr Lautmann völlig richtig damit, dass Strafvorschriften wie die §§ 176/176a und andere Opferlose Straftatbestände schaffen, denn seine Studie “Die Lust am Kind” zeigt ja deutlich genug auf, dass unabhängig moralischer Bewertungen, Sexualität von und mit Personen unterhalb einer willkürlichen Altergrenze keinen Schaden verursachen kann. Da in einem Rechtsstaat nur ein Kausalzusammenhang zwischen einer Handlung und einer Schädigung (mindestens einer schweren Gefahr eines Schadens) eine Strafbarkeit begründen kann zeigt sich hier deutlich, dass sich derartige Gesetze ausserhalb rechtsstaatlicher Verhältnisse und Grundgesetzs befinden und daher abzuschaffen sind. Moral und abnstruse Annahmen und Glaubensfragen haben im Strafrecht eines säkularen, aufgeklärten Rechtsstaat nichts zu suchen. Es ist schlicht beschämend, dass man sich in diesem Kontext  heute sexualrassistischer Begriffe, wie “sexueller Missbrauch an Kindern” bedient und Personen als “Täter” bezeichnet, die lediglich ihr Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit ausgeübt haben indem sie freiwillige einverständliche Sexualkontakte hatten. Schließlich stellt sich eine Stiftung, die sich angeblich für die Rechte Homosexueller einsetzt, hinter verbrecherische Sexualstrafgesetze, welche  die Strafgesetzgebung gegen homosexuelle Männer im 3. Reich und in der Frühzeit der BRD mittlerweile an staatskrimineller Energie, Unrecht und Vernichtungswillen übertreffen. Hier hat man als schwuler Mann einmal wieder Gelegenheit sich ordentlich fremdzuschämen…

 

siehe auch: Rüdiger Lautmann und der Zeitgeist oder….

 

Akademie Waldschlösschen

queer.de-schwul-informiert-

RuedigerLautmann

Die_Lust_am_Kind_Lautmann

Arschkriechergel

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