Sexualpolitische Heuchelei; Nachtrag: Die Grünen und die AHS

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 19 September 2013 ]

Die “Pädo-Hysterie” im Zusammenhang mit Parteien und Organisationen nimmt kein Ende. Jetzt kommt das Systemblatt “Stern” daher und verbreitet ein wenig besserwisserisch, dass der “Schmusekurs” der Grünen mit “monströsen” vermeintlichen “Pädophilen-Aktivisten” bis Ende der 80er Jahre andauerte.  Unter der Überschrift “Verständnisvoll bis Ende der 80er” wird behauptet, dass die Kontakte zu angeblichen “Pädophilen-Organisationen” länger andauerten als bisher bekannt. Dabei rückt die Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität e. V. (AHS) in den Blickpunkt.Allein um der  der Fairness genüge zu tun sei daran erinnert, dass Jürgen Trittin  das Ende einer vernünftigen und liberalen Sexualpolitik bei den Grünen auf das Jahr  1989 datierte. Siehe dazu auch auf dieser Seite:

 

Grüne sexualpolitische Heuchelei nächster Akt: Trittin

 

Somit liegen dem “Stern” hier keine neuen Erkenntnisse vor.  Neu ist lediglich, dass die AHS auch in den Focus der moralinsauren Systempresse gerät. Nachfolgend einige Auszüge aus dem Stern-Artikel:

 

“Trittins Leute standen damals im Kontakt mit der Arbeitsgemeinschaft Humane Sexualität (AHS). So zumindest berichtet es ein Ministerialdirigent des Niedersächsischen Kultusministeriums in einer Broschüre der AHS. Der hohe Beamte nahm selbst an dem Treffen teil. Die AHS war die Nachfolgeorganisation der DSAP, einer Kaderorganisation der Pädophilen in Deutschland. (….) Am 20. Juli 1989 nahmen drei AHS-Vertreter eine Einladung der Grünen nach Hannover an und trafen die beiden Landtagsabgeordneten Peter Hansen und Marion Schole. Zuvor hatte die AHS den Grünen ihr Papier zur Sicherheitsverwahrung von Sexualstraftätern im Strafvollzug geschickt. Es ging um eine Lockerung des Strafrechts, für das sich Pädophilen-Aktivisten schon lange einsetzten. In dem Bericht von dem Treffen heißt es weiter: “Die Abgeordneten der Grünen sprachen auch allgemeine Probleme der Bestrafung Pädophiler an; hier liegt nach eigenem Bekunden ein Schwerpunkt ihres Interesses. Es wurde vereinbart, den Kontakt untereinander aufrecht zu erhalten. Es bestehe, so die Grünen, eine grundsätzliche Bereitschaft, im Sinne der AHS-Positionen politisch tätig zu werden.” Ihre Position zum Thema Sex zwischen Kindern und Erwachsenen hatte die AHS ein Jahr zuvor öffentlich gemacht. “Auch pädosexuelle Kontakte gehören zu solchen Handlungen, die trotz Ungleichheit der Partner gleichberechtigt und einvernehmlich gestaltet werden können”, schrieb die Organisation in einer Broschüre. (….)”

 

Zur “Ehrenrettung” des Vereins sei einmal gesagt, dass die AHS keineswegs eine Nachfolgeorganisation der DSAP (Deutsche Studien- und Arbeitsgemeinschaft Pädophilie) war sondern stets eine eigenständige Organisation gewesen ist. Wenn man man überhaupt den Begriff einer “Nachfolgeorganisation” verwenden möchte käme hier eher der 1997 aufgelöste “Bundesverband Homosexualität” (BVH) in Betracht, da hier tatsächliche eine größere Anzahl von Mitgliederns zu AHS wechselten, vor allem jene die mit den Positionen des  gesellschaftlich angepassten LSVD nicht einverstanden waren. Dies schließt natürlich nicht aus, das vereinzelte DSAP-Mitglieder nach dem Ende dieses Verein in die AHS eintraten.  Zu diesen und anderen Fragen habe ich einmal wieder meinen liebsten Zeitzeugen aus der Schwulenbewegung und späteres aktives Mitglied der Berliner “Alternativen Liste” (so nannten sich die Grünen in Berlin) befragt. Es läßt sich in diesem Zusammenhang auch feststellen, dass sich die organisierte Schwulenbewegung seit Anfang der 80er Jahre weitgehend geschlossen für die Abschaffung des Sexualstrafgesetze einsetzte und hier neben dem Schwulenparagraphen 175 auch andere opferlose “Straftatbestände”, wie unter anderem die §§ 174, 176 und 182  StGB abgeschafft haben wollte.  Da sich ein Teil der Schwulenbewegung bei den noch jungen Grünen einbrachte wurde die Thematik sexueller Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen durchaus strittig diskutiert wobei man sich auf einem Kompromiss einigte, welcher besagte, dass nur noch sexuelle Kontakte dieser Art strafrechtlich verfolgt werden sollen, die unter Gewaltanwendung oder Nötigung zustande kamen. Dies entspricht ja auch dem Kommunalwahlprogramm der “Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) in Göttigen, welches Herr Trittin 1981 unterzeichnete. Bereits im Juni 1980 wurde ein entsprechendes Programm bei der Berliner AL (Alternative Liste) verabschiedet. Weitergehende detailierte Beschlüsse zu dieser Frage bzw. deren praktischer Umsetzung  gab es in der Folgezeit nicht.

Jetzt aber wieder zurück zu den Grünen und zur AHS im  Jahr 1989. Wie der Stern (wenn auch aus falschen Motiven)  richtig zitiert vertrat die AHS die richtige und wissenschaftlich verifizierte Auffassung, dass sexuelle Beziehungen zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen gleichberechtigt und einvernehmlich gestaltet werden können. Es ist daher natürlich folgerichtig anzunehmen, dass freiwillige und gleichberechtigte Sexualkontakte nicht strafbar sein dürfen.  Der so bezeichnete “sexuelle Missbrauch” ist und bleibt ein perfekt inzinierter Mythos, der inzwischen zum Dogma geworden ist an dem keiner wirklich rütteln möchte, obwohl dies längst überfällig ist.

 

Siehe dazu auch AHS-Online: Kind und Sexualität

 

Analog zu vielen anderen heuchelnden Personen und Organisationen will auch die AHS heute nichts von dem wissen, was sie einst mehr oder minder offen vertrat. So kann man in einer aktuellen Mitteilung der AHS lesen:

 

“Die AHS e. V. vertritt keine Position, wonach sexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern legalisiert werden sollen. Auch in der Vergangenheit hat keine anderslautende Vereinsposition der AHS e. V. bestanden. Zudem existieren auch keine anderslautenden Veröffentlichungen, die vom Vorstand der AHS e. V. als Vereinsposition gebilligt worden sind.
Der Schwerpunkt der aktuellen Arbeit der AHS e. V. besteht im Betrieb des Hilfetelefons sowie in der Vermittlung qualifizierter therapeutischer Arbeit.”

 

 

Der komplette Text: Im Hinblick auf entsprechende Presseberichte erlaubt sich die AHS e. V. folgenden Hinweis:

 

 

Man hat dort offensichtlich  die Hosen voll bis zum Anschlag und verbiegt sich wie viele andere in verheuchelter Verlogenheit, dass jedem anständigen sexualpolitisch engagierten/interessierten Menschen übel werden kann. Man stellt sich hier offen hinter menschenrechtswidrige Rechtsvorschriften und ist stolz darauf Gehirnwäsche zu  “vermitteln” Der aktuelle Zustand der AHS muss leider als Desaster bezeichnet werden, sowohl was die (weitgehend nicht vorhandene) sachliche Arbeit  als auch die personelle Zusammensetzung nicht zuletzt im Vorstand des Vereins betrifft. Ich bin mit den aktuellen Interna dieses Vereins recht gut vertraut und könnte hier noch weitreichende Ausführungen folgen lassen. Aber das wäre ein anderes Thema, welches ein anderes Mal behandelt werden könnte….

 

siehe auch K13-Online Stern.de – Politik: Pädophilie-Debatte der Grünen – Verständnisvoll bis Ende der 80er – Weniger Strafen, mehr Zusammenarbeit

 

weiteitere aktuelle Beiträge zu diesem Thema auf dieser Webseite:

 

Es war einmal…..oder wie man sich windet…so lügt man, (II)

 

Es war einmal…..oder wie man sich windet…so lügt man, (I)

 

AHS

 

 

Eine Antwort zu “Sexualpolitische Heuchelei; Nachtrag: Die Grünen und die AHS”

  1. Auch unsere Recherchen haben ergeben, dass die AHS keine Nachfolge-Organisation der DSAP gewesen ist. Der Vereinsstatus der DSAP mit Sitz in Krefeld wurde aufgelöst. Die AHS hat sich mit völlig anderer Vereinssatzung mit Sitz in Berlin ganz neu gegründet und auch den Status der Gemeinnützigkeit erhalten(e.V). Erst danach sind einige Mitglieder der früheren DSAP in den BVH oder/und in die AHS eingetreten. Übrigens: Der Inhaber dieser K13online Webseiten war damals und ist heute weder Mitglied in der DSAP, BVH oder AHS gewesen. Er steht als Zeitzeuge also nicht zur Verfügung. Allerdings liegen hier von allen drei Vereinen interne Infos vor, die zur Aufarbeitung beitragen können…

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