LitV e. V. : Offener Brief an Beier + lapidare Antwort

[ Autor von diesem Artikel: Leonard Forneus ] [ Verfasst am 23 Dezember 2012 ]

Der Verein für belletristische und wissenschaftliche Pädoliteratur (LitV e. V.) veröffentlicht auf seiner Homepage einen offenen Brief an den Leiter des politischen Propaganda- und Eugenikprojekts “Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld” K. M. Beier. Dieser offene Brief von J. Burgmann bezieht klare Positionen und stellt ebenso klare Fragen, die Herr Beier einmal ehrlich beantworten sollte. Aktualisierung des Newsbeitrags vom 20.05.07 Es gibt eine Antwort, die keine ist bzw. für sich selbst spricht.

Nachfolgend ein paar Auszüge aus dem offenen Brief

 

“Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Beier,

mit großem Interesse las ich Ihr Interview in der Zeitschrift Die Zeit (11/2007) zu Ihrem Forschungs- und Therapieprojekt für pädophil empfindende Männer.

Ich selbst bin betroffen, fühle mich zu Jungen im Alter von etwa 10 Jahren bis 17 Jahren hingezogen. Als die ersten Informationen zu Ihrem Projekt an die Öffentlichkeit gelangten, sogar Werbespots im Fernsehen liefen, überlegte ich, ob ich mich beteiligen sollte. Selbstverständliche informierte ich mich mittels der mir zugänglichen Quellen weiter. Nach Ihrem Interview bin ich nun völlig desillusioniert und habe Schwierigkeiten, mich mit der Zielstellung Ihres Projektes zu identifizieren. (…) In der nächsten Antwort sprechen Sie dann aber von einer Krankheit. Mir ist bekannt, dass Pädophilie noch immer im ICD–10 (GM) der WHO als psychische Krankheit (F65.4) geführt wird. Es wäre doch aber absurd, auch Hetero- und Homosexualität, die ebenfalls sexuelle Orientierungen sind und von Ihnen der Pädophile gleich gesetzt wurden, als Krankheiten zu bezeichnen.
Ich brauche Sie sicher nicht daran zu erinnern, dass Homosexualität bis vor wenigen Jahrzehnten ebenfalls zu den psychischen Krankheiten gehörte und erst 1992 endgültig aus dem WHO-Katalog gestrichen wurde. Bis Mitte der siebziger Jahre (und z.T. bis heute) gehören „reparative Therapien“ (vgl. J. Nicolosi) zu den Torturen, die keine realistischen Lebensperspektiven aufbauen konnten, außer der, nicht straffällig zu werden. In einem analogen Dilemma stehen wir nun in Bezug auf die Pädophilie, vor allem im Bezug zum Selbstverständnis Ihres Projektes. Ich, als Betroffener, hätte von ihnen als Wissenschaftler eine deutlichere und klarere Positionierung erwartet. Ist Pädophilie nun eine feste sexuelle Präferenz oder doch eine unheilbare Krankheit? (…) Haben Sie sich die Frage eigentlich schon einmal selbst gestellt, wie Sie mit solch einer Perspektive „leben“ könnten? Wenn Ihnen verboten wäre, eine Frau zu lieben, würden Sie dann immer noch von „bedauernswertem Schicksal“ sprechen? Werden sie ihren Patienten gerecht, wenn Sie Pädophilie bedauern? Glauben Sie, dass Pädophile von ihnen bedauert werden möchten? (…) Sollten Sie allerdings den potentiellen Schutz der Kinder höher bewerten als die konkrete Lebensperspektive der Pädophilen, so verlieren Sie langfristig ihre Patienten aus dem therapeutischen Blick. So gestalten Sie Kinderschutz im Sinn der Justiz und der Politik, aber produzieren durch Ihre therapeutische Tätigkeit menschliche Wracks. In meinen Augen verstoßen Sie damit gegen den Eid, welchen Sie als Arzt schworen:

Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand: Ich gelobe feierlich mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen; ( … ) Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein (…) (vgl. Genfer Deklaration des Weltärztebundes)

Ich glaube nicht, Sie an die untauglichen Versuche erinnern zu müssen, Homosexualität zu „heilen“ oder „einzudämmen“. Im Sinne der Prävention vor dem juristischen Konstrukt „Sexueller Missbrauch“, die Sie bei jedem Pädophilen postulieren („kein Täter werden“), wäre es doch im Dienste der Menschlichkeit, Ihren Patienten die Möglichkeit des Freitodes als Alternative zu einem Leben ohne Liebe, ohne die sonst selbstverständliche Erfahrung zwischenmenschlicher emotionaler Beziehung und in totaler Abstinenz, einzuräumen. Welche Legitimation besitzt Ihre psychisch-sozialpolitische Präventionsarbeit und Ihre medikamentöse Kastration, von Ihnen „unterstützende Medikamente zur Dämpfung sexueller Impulse“ genannt? Der Schutz vor der Traumatisierung der Kinder durch das Politikum „Sexueller Missbrauch“? Wissen Sie wirklich, dass jeder sexuelle Kontakt zwischen Erwachsenen und Kindern potentiell eine Gefährdung des Kindeswohls darstellt? Wissen Sie sicher, dass jeder Ihrer Patienten überhaupt in der Lage wäre, Kinder zu „verführen“? Sprechen nicht Symptome, wie Paranoia, Ängste oder Depressionen für einen anderen Therapieansatz und nicht für die Prävention vor dem „Sexuellen Missbrauch“, der viele Pädophile überhaupt nicht betrifft, da gerade ihre Leiden jeden Kontakt zu Kindern eher blockiert? Sie schreiben:

Schwerwiegender ist schon, wenn ein Bekannter, zum Beispiel ein Lehrer oder ein Fußballtrainer, das Kind berührt, auch ohne dass es zur Penetration kommt und ohne Anwendung von körperlicher Gewalt.

Ich weiß nicht, woher diese Erkenntnis, diese Beurteilung des Umstandes stammt. Durch diverse wissenschaftliche Arbeiten wurden andere Zusammenhänge gefunden. Ihr Kollege Herr Dipl.-Psych. M. M. Griesemer fasste in seiner Arbeit „Zur empirischen Wirklichkeit von Missbrauchssymptomen“ die Ergebnisse zusammen. Ich gehe davon aus, dass Sie diese Arbeiten kennen. Die dort niedergelegten Erkenntnisse können von vielen pädophilen Männern bestätigt werden, die in einer Liebesbeziehung mit einem Jungen leben oder lebten. Sie selbst sollten diese Schlussfolgerungen aus den Interviews mit den 500 Personen, welche sich für die Teilnahme an dem Projekt meldeten und aus Ihrer Langzeitstudie zu strafrechtlich verurteilten Pädophilen, ziehen können. Es ist durchaus keine verzerrte Wahrnehmung von mir, sondern ich gebe Beobachtungen wieder, wenn ich behaupte, dass es diese Jungen gibt, sogar in relativ großer Zahl, die bereit sind, eine echte Freundschaft mit einem erwachsenen Mann einzugehen, in der gegenseitige Achtung, Vertrauen, Zuneigung und Liebe vorherrscht. Der Junge akzeptiert die Sexualität des Mannes durch sein Vertrauen in die Ehrlichkeit und Menschlichkeit des Mannes. Sexuelle Handlungen, wenn es überhaupt dazu kommt, sind dabei nur eine sehr geringer Teil des vielschichtigen Beziehungskomplexes im Verhältnis der beiden Menschen zueinander und werden von beiden Seiten nicht losgelöst davon betrachtet. So „funktionieren“ pädophile Beziehungen seit Jahrhunderten. (…) Die Traumata des Kindes entstehen meist vor allem als Sekundärschäden aus der gesellschaftlichen Ächtung der Pädophilie, in der Retrospektive „etwas verbotenes“ getan zu haben und in Folge ausgrenzend betrachtet zu werden. Der Junge wird im Nachhinein zum Opfer gemacht, obwohl er die Beziehung ganz anders erlebte, die Wärme und Geborgenheit, aber auch die Achtung und das Vertrauen seines erwachsenen Partners, als persönlich bereichernde Erfahrung.

Welche Position nehmen Sie zu anerkannten sexualwissenschaftlichen Studien ein, die besagen, dass es einvernehmliche sexuelle Kontakte gibt? ( vgl. Sandfort 1994, Bernard 1988 und Baurmann 1983, vgl. auch: http://paedosexualitaet.de/German/gen/reaction.html) (…)
Wenn Ihr Projekt die Zielstellung „Prävention gegen sexuelle Gewalt“ hat, ist es legitim zu fragen, warum nicht auch Probanden jeder sexuellen Ausrichtung ausgewählt werden, warum nur pädophile Männer?
Gerade z.B., das oft vorgebrachte Argument „psychischer Druck auf das Kind aufgrund des Machtgefälles“ sollte doch durch Ihre Arbeiten entkräftet werden können. Jedem pädophilen Mann ist vom Anfang einer Beziehung an klar, wenn er etwas gegen den Willen und das Wohl des Jungen tut, könnte es das Ende dieser Beziehung sein. Die Machtverhältnisse kehren sich damit häufig sogar um; Das Kind hat die „Macht“ eine (freundschaftliche) Beziehung einfach abzubrechen, während der Erwachsene alle seine Möglichkeiten einsetzen wird, um dem Kind eine Umgebung zu gestalten, in der es sich wohl fühlt und damit das (Liebes-)Verhältnis aufrecht zu erhalten. Sexuelle Gewalt zählt sicher nicht zu den Wohlfühlfaktoren; Einvernehmliche sexuelle Handlungen, die in das Gesamtverhältnis, in den alltäglichen Umgang des Mannes mit dem Jungen eingebettet sind, könnten schon Faktoren sein, durch die sich der Junge anerkannt, als Mensch ernst genommen und bestätigt – eben wohl fühlt. (…)

Mit freundlichen Grüßen

Julius Burgmann

 

Der vollständige Brief kann hier nachgelesen werden:

LitV e. V. – offener Brief an Beier

Einen Kommentar dazu findet man hier:

Kommentar K13-Online

 

Es soll eine Antwort auf diesen Brief geben …. leider kenne ich sie noch nicht. Soweit einer Veröffentlichung zugestimmt wird dieser Antwortbrief hoffentlich auch an entsprechender Stelle auf der LitV e. V. – Webseite veröffentlicht.

 

“—–Ursprüngliche Nachricht—– Von: Julius Burgmann [mailto:[email protected]] Gesendet: Montag, 16. April 2007 16:19 An: Beier, Klaus Michael Betreff: [Rem] Ihr Interview in “Die Zeit” 11/2007

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Beier, vor über zwei Wochen schrieb ich Ihnen eine E-Mail mit dem unten stehenden Diskussionsangebot. Leider erhielt ich bis heute keine Antwort, so dass ich befürchte, die Mail könnte nicht angekommen sein. Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass die gründliche Beantwortung der aufgeworfenen Fragen eine entsprechende Zeit erfordert. Sollten Sie nicht einverstanden sein, Ihre Antwort in den u.g. Foren zu veröffentlichen, werde ich sie selbstverständlich vertraulich behandeln. Ich sende Ihnen den Text noch einmal mit der Bitte, mir zumindest den Eingang der Mails zu bestätigen. Ich freue mich auf eine Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Julius Burgmann

 

Sehr geehrter Herr Burgmann,

Prof. Beier bedankt sich für Ihre ausführliche Stellungnahme zu seinem Interview in der “ZEIT”. Er nimmt Ihre Ausführungen sehr ernst und bedauert, dass er wegen vielfacher anderweitiger Verpflichtungen nicht schon früher hat antworten können.

Vor seiner heutigen Abreise zu einem Kongress hat er mich gebeten, Ihnen noch einmal unsere Position zu verdeutlichen: Eine pädophile Neigung wird zur krankheitswertigen Störung durch Leiden beim Betroffenen selbst oder bei anderen Personen, die durch den Betroffenen verursacht werden. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Neigung muss deshalb vollständige und lebenslange Verhaltenskontrolle zum Ziel haben. Dass dies ein bedauernswertes Schicksal ist, sagen die Betroffenen selbst, die in dieser Form Verantwortung übernehmen wollen. Diese haben dann eingesehen, dass ein derartiger Umgang mit der pädophilen Neigung sich schon deshalb aufdrängt, weil nicht auszuschließen ist, dass ein Kind Schaden nehmen könnte, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt. Das für Ärzte geltende Gebot, niemandem Schaden zuzufügen, bezieht sich auch auf Folgeschäden, die durch die Auswirkungen einer Problematik bei einem anderen Menschen entstehen könnten. Deshalb ist die Verhaltensabstinenz der einzige zielführende Umgang mit der pädophilen Neigung und auch aus arztethischen Gründen gibt es hierzu keinerlei Alternativen. Prof. Beier bittet, dies zu respektieren und setzt sich dafür ein, dass Betroffene, die sich entschieden haben, einen solchen Weg zu gehen, alle nur denkbare Unterstützung erhalten. Für weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zum Thema verweist er auf das von ihm mitverfasste Lehrbuch für Sexualmedizin im Elsevier Verlag (2. Auflage 2005).

Mit freundlichen Grüßen auch im Namen von Prof. Beier

verbleibe ich

Madelaine Dimitrowa

Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften Universitätsklinikum Charité Campus Mitte Freie und Humboldt-Universität zu Berlin Luisenstraße 57, D-10117 Berlin-Mitte Website: www.sexualmedizin-charite.de E-Mail: [email protected] Fon: +49 – 30 – 450 529 302 Fax: +49 – 30 – 450 529 992

—–Ursprüngliche Nachricht—– Von: Beier, Klaus Michael Gesendet: Freitag, 20. April 2007 14:29 An: Dimitrowa, Madelaine Betreff: WG: [Rem] Ihr Interview in “Die Zeit” 11/2007

 

Ergänzender Kommentar:

 

Es war nichts anderes zu erwarten als eine Antwort wie diese oder ähnliche. Eine Sekräterin wurde beauftragt ideolgische Allgemeinplätze in den PC zu tippen, die das Berliner Eugenik- und Propagandaprojekt als unangreifbar darstellen indem abermals der Kern des längst widerlegten Glaubensgrundsatzes wiedergekaut wird. Auf die eigentlichen Fragen des Schreibers des Briefes wird nicht eingegangen. Stattdessen werden Floskeln und Glaubensbekenntnisse runtergebetet im Sinne der faschistischen “Missbrauchs”ideolgie:

Ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Neigung muss deshalb vollständige und lebenslange Verhaltenskontrolle zum Ziel haben. (…) Diese haben dann eingesehen, dass ein derartiger Umgang mit der pädophilen Neigung sich schon deshalb aufdrängt, weil nicht auszuschließen ist, dass ein Kind Schaden nehmen könnte, wenn es zu sexuellen Handlungen kommt. Das für Ärzte geltende Gebot, niemandem Schaden zuzufügen, bezieht sich auch auf Folgeschäden, die durch die Auswirkungen einer Problematik bei einem anderen Menschen entstehen könnten.

Das es in Abwesenheit von Gewalt und psychischen Drucks allein durch sexuelle Handlungen zu einem Schaden (wie immer der auch aussehen soll) kommen kann konnte bis zum heutigen Tage nicht wissenschaftlich verifiziert werden – das Gegenteil hingegen längst. Es gibt keinen rational bzw. wissenschaftlich begründeten causalen Zusammenhang zwischen einer sexuellen Handlung – für sich genommen – und einer Schädigung bei einem jungen Menschen. Beier bezieht sich hier als Handlanger des kriminellen Staates auf den zugrundeliegenden Paragraphen, welcher ein sogenanntes “abstraktes Gefährungsdelikt” beschreibt. Also mit anderen Worten ein Phantom, sprich auf einen aus ideologischen Gründen angenommen Schaden, den man konkret nicht nachweisen kann weil er eben nicht existiert sondern nur in den Köpfen geistig vernebelter Ideologen herumspukt. Es ist nur eine Tatsache, dass unter diesem Phantom zu viele Menschen leiden müssen. Aus der Antwort wird abermals deutlich, dass es sich bei dem “Charite – Projekt” nicht um ein wissenschaftliches Projekt handelt sondern um reine volksverdummende Propaganda. Niemand, der ernsthaft wissenschaftlich arbeitet wird das Ergebnis seiner Arbeit schon vorwegnehmen – denn das ist unwissenschaftlich, wie es schon jeder Student in den ersten beiden Semestern lernen sollte. Ergebnisoffenheit ist eine zentrale Vorausetzug für wissenschaftliches Arbeiten. Bei Seminararbeiten oder gar im Examen führt eine solche Herangehensweise nach Gutsherrenart aus dem Hause Beier zum Ergebnis: Nicht Bestanden! Somit wird diese Art von “Sexualwissenschaft” zur Hure der Politik!

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